Schlafen im Lokschuppen – Ein gutes Beispiel für die Nachnutzung von Industriegebäuden

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Nicht nur im Ruhrgebiet gibt es Beispiele für die gelungene Nachnutzung von Industriegebäuden. Anfang Oktober hatte ich die Gelegenheit, ein paar Tage in Lund zu verbringen. Bei der Hotelsuche fiel mir ein Hotel auf, das sich laut Internetauskunft in einem ehemaligen Lokschuppen befindet. Ich habe ein Faible für alte Industriekultur, und besonders für Eisenbahnen, und so fiel die Wahl auf dieses Hotel. Und es ist durchaus einen Blogbeitrag wert.

Lokschuppen Lund
Alter Lokschuppen in Lund, heute das More-Hotel

Der Lokschuppen gehörte von 1906 an zur Eisenbahnlinie zwischen Harlösa und Bjärred am Öresund. Die Linie ermöglichte es unter anderem, vom Inland zum Strand am Öresund zu reisen und an sonnigen Sonntagen fuhren bis zu 6.500 Badegäste an die Küste. Der Betrieb wurde 1939 eingestellt. Bis zum Jahr 2008 stand der Lokschuppen am südlichen Stadtrand von Lund leer. Ein Investor übernahm das Gebäude, stellte fest, dass es baufällig war und beschloss, es weitgehend originalgetreu wiederaufzubauen. Dabei wurden die Ziegelsteine und andere Elemente des alten Lokschuppens abgetragen und in das neue Gebäude, das dem Originalen im Grundriss folgt, integriert. Entstanden ist ein Bauwerk, das den Charakter des Originals erhalten hat. Im Bereich des Restaurants blickt man durch zwei hohe Glaselemente, wo früher die Tore waren, und es ist leicht, sich vorzustellen, wie hier die Dampflokomotiven einfuhren. Dahinter verläuft auf der alten Bahntrasse ein Rad- und Fußweg.

Lokomotivgarage
Blick aus der ehemaligen Lokomotivhalle

Apropos Dampf: mittags und abends hat man im hoteleigenen Restaurant die Gelegenheit, außergewöhnliche Mahlzeiten zu genießen. Die Köche sind sehr kreativ – mir wurde es klar, als der Nachtisch mit flüssigem Stickstoff gekühlten Schokoladenstreuseln dampfend serviert wurde.

Restaurantteam
Das Team im Restaurant: Lea serviert was Simon (links) und Victor (rechts) in Ihrer Küche kreieren

Aber neben Architektur und Küche finde ich besonders erwähnenswert, wie offen und herzlich alle Mitarbeiter des Hotels und auch offensichtlich stolz auf Ihr Hotel sind.

Weitere Aufnahmen des Hotels, historische Fotos vom Eisenbahnbetrieb und vom Zustand des Lokschuppens vor dem Wiederaufbau finden Sie auf der Website des Hotels unter http://themorehotel.se/en/about-the-lund-hotel/#historia.

Am letzten Tag meines Aufenthalts erfuhr ich im Gespräch mit Karl an der Rezeption, dass es noch ein More-Hotel, in Malmö, gibt – in einer ehemaligen Schokoladenfabrik. Das wäre dann was für einen nächsten Besuch.

 

Eisenbahn, Hotel, Industrielle Nachnutzung, Reisen, Schweden

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